Woche 8: "Keiner hat gesagt, dass es leicht wird..."

Soooo... erstmal bitte ich um Verzeihung meiner Leserschaft, die in den letzten vier Wochen doch reichlich vernachlässigt wurde.

Aber dafür gibts zumindestens Einiges zu erzählen (und das ist keinesfalls zu viel versprochen)!

Nach mehreren kleinen und großen Problemchen mit der Familie Wiley steht jetzt also seit heute, Freitag 17. Oktober 2008 13uhr fest, dass ich im "Re-match" bin. Heißt die Familie Wiley wird sich wieder nach einer neuen AuPair umgucken müssen und ich meinerseits suche mir eine neue Gastfamilie bzw. werde von interessierten Familien angerufen, von denen ich mir dann evtl. eine aussuche. Auf gut deutsch: der ganze Vermittlungskram geht wieder von vorne los. Nur mit dem entscheidenden Unterschied, dass ich jetzt wohl weniger euphorisch und unendlich viel abgeklärter an die ganze Sache herangehen werde. Was soll man sagen: der Feenstaub is ab.

Für den gesamten Neuvermittlungsprozess gibt meine Agentur AuPairInAmerika zwei Wochen. Das heißt, dass ich spätestens Freitag in zwei Wochen entweder bei einer neuen Gastfamilie bin oder im Flieger zurück nach Hause. Beide Alternativen scheinen im Moment für mich als deutliche Verbesserung der derzeitigen Lage!

Zwar möchte ich das Projekt Amerika eigentlich nicht so schnell sinken lassen, aber sollte sich in den nächsten zwei Wochen keine Familie melden, bei der ich ein gutes Gefühl habe, so werde ich mir keine unnötigen Qualen zufügen. Und zum Glück habe ich ja ein warmes Elternhaus, in das man doch immer wieder gerne zurück kehrt -wenn auch früher oder unter anderen Umständen als das Bilderbuch es vrspricht. 

Insofern harre ich jetzt der Dinge, die da kommen werden in den nächsten Tagen und versuche meine Zeit hier noch so gut wie möglich zu genießen.

Was ich wohl nicht mehr tun muss, ist die letzten Wochen zu reflektieren, denn diese Aufgabe habe ich unterdessen mehr als übererfüllt.

Und was für eine Gastfamilie stell ich mir jetzt vor??? Und vor allem: Wo solls hingehen???

Nun ja: die Stadt Chicago gefällt mir super. Außerdem hab ich jetzt hier drei Mädchen, die mir wahnsinnig ans Herz gewachsen sind. Und zwar gerade weil ich mit denen zusammen wiklich durch das tiefste Tief und das seltsamste Hoch gegangen bin. Wir haben sooooo viel Spaß hier zusammen gehabt und Chicago entdeckt (und die Starbucks- Produktpalette) und außerdem irgendwie versucht, füreinander das zu sein, was sonst große Familien und riesige Freudeskreise sind. Und es hat eigentlich auch geklappt. De Fakto waren die schönsten Momente in Chicago für mich immer diejenigen, in denen ich mit den Mädchen zusammen war. Das hört sich jetzt ganz kitschig an, aber es ist tatsächlich so, dass ich mir innerlich wünschte, diese drei Mädchen für immer an meiner Seite zu haben, weil ich überzeugt bin, dass ich mit denen wirklich alles durchstehen könnte.

Diese drei Mädchen sind also faktisch Chicagos größter PLuspunkt auf meiner Liste.

Ansonsten denke ich auch irgendwie, dass es vielleicht schön wäre, nochmal nen anderen Teil der USA kennen zu lernen. Und sollte sich eine nette Familie aus einer interessanten Stadt außer Chicago melden, so wär das wahrscheinlich die ideale Möglichkeit noch mehr "rumzukommen". Naja, mal sehen wer sich so bei mir meldet.

Abgesehen vom Wohnort weiß ich jetzt, dass viele Dinge, auf die ich bei meiner ersten Suche nach einer Gastfamilie geachtet habe, eigentlich nicht entscheidend sind. Die Wichtigkeit anderer Aspekte wiederum, an die ich vorher überhaupt keinen Gedanken verschwendet hätte, als ich noch in BErlin war, hab ich jetzt erst mit dem ersten Sturz erkannt.

Zwar war das Zusammensein mit der Gastfamilie, bei der ich bis jetzt gearbeitet habe, nicht wahnsinnig prickelnd, jedoch hab ich es geschafft mir im Laufe des Tages (und vor allem DES ABENDS bei unzähligen Mojito mit meinen Mädels in der cat-moew-bar...also soo streng is das alles nicht) einzureden, dass mich diese quasi "NEGATIV-ERFAHRUNG" langfristig gesehen vielleicht weiterbringt als schick-schau-dufte ohne Unterbrechung ein Jahr lang.

Jedenfalls kann ich wohl ohne Übertreibung sagen, dass meine Persönlichkeit schon Einiges an Tiefgang zugelegt hat in diesen letzten 8 Wochen.

Und zu guter Letzt lasst mich nochmal festhalten, dass ich ja ursprünglich nach Amerika gegangen bin, um ein Abenteuer zu haben. Tja, und manchmal, halt nur ganz manchmal, kriegt man halt einfach mehr als man erwartet...

18.10.08 09:45

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Steffi (18.10.08 17:41)
Hey, Tini Kopf hoch! Wird schon. vielleicht findest du ja ganz schnell eine neue Familie. Wir drücken die Daumen. Steff

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